Jasmin in der Parfümerie
Jasmin gehört neben der Rose zu den wichtigsten und kostbarsten Blumendüften überhaupt. Sein intensiver, betörender Duft mit einem Hauch von Süße und Animalik hat Jasmin seit Jahrhunderten zu einem zentralen Baustein luxuriöser Parfums gemacht – oft wird er als das „Herz“ eines blumigen Duftes bezeichnet.
Herkunft und Gewinnung
Die wichtigste Sorte für die Parfümerie ist Jasminum grandiflorum, hauptsächlich angebaut in Indien, Ägypten und Grasse (Frankreich). Die zarten, weißen Blüten müssen ausschließlich nachts oder in den frühen Morgenstunden von Hand gepflückt werden, da sich ihr Duft erst nach Sonnenuntergang voll entfaltet und sie bei Tageslicht schnell verwelken.
Aufgrund der Hitzeempfindlichkeit der Blüten wird Jasmin traditionell durch Enfleurage (ein historisches Verfahren, bei dem Blüten in Fett eingelegt werden) oder moderner durch Lösungsmittelextraktion zu einem sogenannten „Absolue“ verarbeitet. Für ein Kilogramm Jasmin-Absolue werden mehrere hundert Kilogramm Blüten benötigt – Jasmin zählt damit zu den teuersten Naturstoffen der Parfümerie überhaupt.
Geruch und Wirkung
Jasmin riecht intensiv blumig, süß und cremig, mit charakteristischen animalischen und leicht fruchtigen (oft als „bananenartig“ beschriebenen) Facetten, die dem Duft Tiefe und Sinnlichkeit verleihen. Diese animalischen Nuancen stammen unter anderem von Indol, einer natürlich vorkommenden Verbindung, die in geringen Mengen blumig-süß, in höheren Konzentrationen jedoch fast schwer und betörend wirkt. Als Herznote prägt Jasmin oft den gesamten Charakter eines Duftes maßgeblich.
Typische Verwendung
Jasmin ist ein zentraler Bestandteil vieler blumiger Düfte und wird klassisch mit Rose zu sogenannten „floralen Bouquets“ kombiniert. In Verbindung mit Sandelholz oder Vanille entstehen warme, sinnliche Kompositionen, während die Kombination mit Citrusnoten frischere, hellere Interpretationen ermöglicht. Aufgrund seiner Intensität wird Jasmin oft sparsam, aber gezielt eingesetzt, um Duftkompositionen Tiefe und Eleganz zu verleihen – besonders in Abend- und Luxusdüften.
Passende Parfums entdecken
Alle Parfums mit Jasmin-Note findest du auch im Duftnoten-Archiv „Jasmin“.
Jasmin: Der Nachtkönig
Jasmin (Jasminum grandiflorum, arabischer Jasmin oder Jasminum sambac, für Jasmin Sambac) wird als „König der Blüten“ oder „Nachtkönigin“ bezeichnet, weil er seine intensivste Duftkraft nach Einbruch der Dunkelheit entfaltet. Haute-Parfümerie-Jasmin stammt traditionell aus Grasse in Frankreich oder aus Ägypten und Indien. Der charakteristische, leicht tierhaft-indolische Unterton des Jasmins – der ihn komplexer und sinnlicher macht als viele andere Blüten – kommt von Indol, einer natürlichen Verbindung die auch in anderen blumig-animalischen Düften vorkommt.
In der Parfümerie findet Jasmin in fast jeder Duftfamilie Verwendung: als Herzstück klassischer Blumenbouquets (Rose Garden), als Brücke zwischen Citrus und holzigen Noten (Xerjoff Naxos), oder als subtile Ergänzung in orientalischen Düften (Baccarat Rouge 540).
Was macht Jasmin so teuer?
Jasminblüten müssen früh morgens per Hand gepflückt werden, bevor die Hitze die empfindlichen Duftstoffe verflüchtigt. Die Blüten können nicht gelagert werden und müssen sofort verarbeitet werden. Für ein Kilogramm Jasmin Absolue werden 8 Millionen einzelne Blüten und etwa 7 Tonnen frischer Blüten benötigt. Das macht echtes Jasmin Absolue zu einem der teuersten natürlichen Parfümrohstoffe.
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