
Weihrauch (Olibanum, Frankincense) ist einer der ältesten, heiligsten und faszinierendsten Duftstoffe der Welt – seit über 5.000 Jahren in religiösen, medizinischen und parfümatorischen Kontexten verwendet. Das Harz des Boswellia-Baumes, der hauptsächlich in Oman, Äthiopien und Somalia wächst, wird angeschnitten und das austretende Harz gesammelt und getrocknet. Beim Verbrennen entsteht ein charakteristischer Rauch mit Noten von Zitrus, Holz, Harz und einer fast meditativ-beruhigenden Wärme.
Wie riecht Weihrauch in Parfums?
Weihrauch in Parfums riecht komplex und vielschichtig: frisch-zitronig in der ersten Wahrnehmung (durch Limonen und Alpha-Pinen), dann harzich-balsamisch warm, und im Drydown trocken-holzig mit einer fast mineralischen Kühle. Interessanterweise riecht echtes Olibanum in Parfums weniger „kirchlich“ als der verbrannte Weihrauchstab – Parfümeure destillieren das Harz und extrahieren die elegantesten Facetten.
Weihrauch in der Nischenparfümerie
Weihrauch ist das Herzstück von Amouage Interlude Man – dem kompromisslosesten Weihrauch-Oud-Duft der Nischenwelt. In Nasomatto Black Afgano begleitet Weihrauch als dunkle Basisnote den Harz- und Oud-Akkord. Auch Profumum Roma Vanitas nutzt Weihrauch als opulentes orientalisches Element.
Ist Weihrauch in Parfums derselbe wie im Gottesdienst?
Ja und nein: Der Rohstoff (Olibanum-Harz von Boswellia) ist derselbe. In Parfums wird jedoch meistens ein destilliertes Öl oder Absolue verwendet statt des rohen Harzes. Das destillierte Öl riecht weniger rauchig und mehr zitronig-balsamisch als verbrannter Weihrauch. Der „Kirchen-Geruch“ entsteht spezifisch durch die Verbrennung und die dabei entstehenden chemischen Verbindungen.
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Weihrauch ist eine Schlüsselnote der Orientalischen Düfte und häufig in Oud-Kompositionen zu finden.